#25 Eine neue Krise, ein neuer Swipe: Optimismus in Zeiten von Social Media und multiplen Krisen mit Eva Asselmann

Shownotes

Anfang 20 und das Leben liegt noch komplett vor dir. Eine Lebensphase, die von Aufbruch, Energie und Lebenslust geprägt ist, in der alles möglich scheint. Viele junge Menschen entscheiden sich in dieser Lebensphase für einen eigenen Lebensentwurf, beginnen ein Studium, ziehen vielleicht sogar in eine neue Stadt. Jetzt beginnt das neue Leben – wären da nicht die Unsicherheiten.   Denn wer heute erwachsen wird und in das eigene Leben startet, lebt oft im Dauerkrisen-Modus: Kriege, Klimakrise, gesellschaftlicher Druck, eine miese Wirtschaftslage. Und mit alldem werden wir ständig konfrontiert – besonders digital. Wie nehmen wir Druck raus und finden Zuversicht wieder? Wie setzen wir (auch digital) Grenzen, die uns guttun und wie bleiben wir dabei in Verbindung? Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Dr. Eva Asselmann, sie ist Persönlichkeitspsychologin und Professorin an der HMU Health and Medical University in Potsdam.

Auf dem Content Hub „How it works“ findet ihr jede Menge Artikel rund um mentale Gesundheit. Und weitere Live-Talks, in denen Redakteur*innen von ZEIT Campus mit spannenden Persönlichkeiten und Expert*innen sprechen, findet ihr hier.

Redaktionsleitung: Mae Becker Projektleitung: Anna Matt Redaktion: Azadê Peşmen Producer: Jonas Ross

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:07: Stell dir vor, es ist dreiundzwanzig Uhr siebenundvierzig.

00:00:11: Du legst im Bett das Licht ist schon aus dein Handy leuchtet.

00:00:15: Eigentlich wolltest du nur kurz schauen was auf Instagram so los ist aber dann schwupps bist du auf TikTok gelandet Skrollt durch einen Videolub über die neueste politische Eskalation irgendwo auf der Welt.

00:00:32: Dann ein Clip über eine Naturkatastrophe Zwischendurch ein Rezept Dann tanzt jemand, dann ein Meme darüber dass die Rente sowieso nicht mehr existieren wird wenn du sie brauchst.

00:00:42: Und eh du dich versießt ist es einen Uhr fünfzehn.

00:00:45: Du bist vollkommen wach aufgewühlt und hast trotzdem keine Ahnung was du da gerade eigentlich alles angeschaut hast.

00:00:55: Klingt bekannt?

00:00:57: Mir ist das keineswegs fremd.

00:00:59: ich kenne diesen Sorg total gut.

00:01:01: Wir leben in einer Zeit, die von ganz schönen vielen Krisen gleichzeitig geprägt ist.

00:01:06: Neben Liebeskummer und Studiestress – also unseren ganz persönlichen Krisen – gibt es noch die politischen sozialen wirtschaftlichen.

00:01:15: Und die auf dem Wohnungsmarkt und dem Arbeitsmarkt.

00:01:19: Und natürlich die Klimakrise!

00:01:21: Alles läuft Vierundzwanzig Sieben als Livestream durch unsere Fiz.

00:01:25: Laut einer Studie des Reuters-Instituts konsumieren achtzehn bis vierunddreißigjährige Nachrichten heute primär über soziale Medien, also genau über die Plattformen, die darauf angelegt sind und so lange wie möglich zu halten.

00:01:38: Und die Algorithmen wissen ganz genau – Angst, Empörung und Schock bekommen das besonders gut hin!

00:01:46: Was all das mit unserem Kopf macht?

00:01:48: Das ist eine andere Geschichte….

00:01:50: Die Weltgesundheitsorganisation spricht davon, dass Angststörungen und Depressionen bei jungen Menschen weltweit zunehmen.

00:01:57: Und Droom-Scrolling – also dieses zwanghafte Scrollen durch Negativnachrichten – gilt inzwischen als ernstzunehmender Faktor an der Diskussion um psychische Gesundheit.

00:02:09: Aber was genau passiert da eigentlich in unserem Kopf?

00:02:13: Warum hören wir nicht einfach

00:02:14: auf?!

00:02:15: Wie kommen wir gegen diesen Sog sozialer Medien an ohne uns komplett von der Welt abzukapseln!

00:02:21: Und wie bleiben wir eigentlich miteinander in Verbindung?

00:02:29: Hallo, ich bin Azadeh und du hörst eine neue Folge von How It Works – präsentiert von Die Techniker.

00:02:41: All das was ich euch gerade erzählt habe ist wahrscheinlich nicht neu für euch.

00:02:45: Vielen geht es so!

00:02:46: Mit Sorgen einschlafen mit Sorgen aufwachen.

00:02:49: unter Zwischen tun wir so als wäre es komplett normal all das aushalten zu müssen.

00:02:54: Das kennt auch Matilda.

00:02:55: sie ist einundzwanzig studiert im ersten Semester Politik Und sie hat uns erzählt, was sie dabei besonders beschäftigt.

00:03:09: Aber diese Grenze zu ziehen, ohne das Gefühl verantwortungslos zu sein.

00:03:30: Das ist echt schwieriger als es

00:03:32: klingt.".

00:03:36: Matilda beschreibt da einen Paradox – man scrollt weiter obwohl es sich nicht gut anfühlt.

00:03:42: Man fühlt sich verpflichtet informiert zu sein aber je mehr man konsumiert desto schwerer wird der Kopf.

00:03:49: und die Frage die sie am Ende stellt ist eigentlich die Zentrale Wie findet man diese Grenzen?

00:03:56: wie bleibt man engagiert ohne sich dabei selbst zu zerstören?

00:04:01: Genau das möchte ich heute mit meiner Gästin besprechen.

00:04:04: Mit dabei habe ich Dr.

00:04:05: Eva Asselmann, sie ist Persönlichkeitspsychologin und Professorin an der HMU Health and Medical University in Potsdam und hat gerade ein Buch dazu veröffentlicht – Too Much.

00:04:15: Eva Asselmann forscht dazu wie Persönlichkeit, Emotionen- und Lebensereignisse zusammenhängen… Und damit auch dazu warum manche Menschen stärker auf Stress und Krisen reagieren als andere!

00:04:26: Außerdem ist sie als Wissenschaftskommunikatorin aktiv und erklärt auf Social Media komplexe psychologische Zusammenhänge so, dass sie wirklich jeder und jede versteht.

00:04:42: Liebe Eva, schön, dass du heute bei mir bist!

00:04:44: Schön, dass ihr mich eingeladen habt.

00:04:46: ich freue mich!

00:04:47: Matilda steckt mitten in einer Lebensphase die ohnehin schon alles auf einmal verlangt ein neues Studium vielleicht einen Umzug in eine fremde Stadt neue Menschen neue Strukturen Und dann kommt on top auch noch die Weltlage.

00:05:02: Eva, wie erlebt diese Generation gerade diese Gleichzeitigkeit von ganz persönlichem Umbruch und globaler Dauerkrise?

00:05:12: Viele als schwer greifbar, unsicher und unvorhersehbar weil da einfach viele diffuse Faktoren zusammenwirken, die uns stressen.

00:05:20: Es ist einmal tagtäglich das enorme Tempo, die vielen Reize, die auf uns einprasseln.

00:05:25: Die Tatsache, dass die Welt viel komplexer ist als früher – alles ist ja heutzutage globalisiert, verflochten, geopolitisch, es fehlt es im Umbruch gerade und bei vielen löst das ein starkes Gefühl von Überforderung aus und auch Angst.

00:05:42: So dieses Gefühl früher, da war vieles besser und jetzt geht es spürbar oder scheinbar immer weiter den Bach bergab.

00:05:48: Was soll denn eigentlich aus uns aus unserer Zukunft werden?

00:05:52: Und ist das strukturell anders als das was frühere Generationen in dem Alter erlebt haben?

00:05:59: oder reden wir uns das ein bisschen ein?

00:06:03: Ja ein also.

00:06:04: wir wissen paradoxerweise dass die Lebensbedingungen heute deutlich sicherer sind als vor einigen Jahrzehnten oder auch Jahrhunderten.

00:06:12: Wir leben ja heute komfortabler und wohlhabender als jemals zuvor, wir arbeiten auch körperlich deutlich weniger und weniger hart.

00:06:20: gleichzeitig hat die mentale Belastung aber enorm zugenommen.

00:06:24: das sehen wir auch in den Daten.

00:06:25: Die Burnout-Raten haben sich innerhalb von nur zwanzig Jahren verzehnfacht.

00:06:29: über achtzig Jahre hinweg war jede Generation gestresster als die Vorjährige Und es liegt zum einen daran, dass wir heute mehr Bewusstsein haben für ein mentales Wohlbefinden.

00:06:40: Wie geht es uns eigentlich?

00:06:41: Früher sprach man da nicht rüber und da kehrte man das unter den Teppich.

00:06:44: Man hatte stark zu sein aber nicht nur.

00:06:47: Ein weiterer Faktor ist, dass mir mental heute deutlich gefordert sind als früher einmal der Pfeiber.

00:06:53: Wenn ich jetzt gerade zum ersten Mal alleine in einer neuen Stadt wohne vielleicht noch kaum jemanden kenne und mein einziges Fenster nach draußen erst mal Instagram ist.

00:07:04: Welche Rolle spielt Einsamkeit in dem Zusammenhang?

00:07:08: Eine ganz große, auch das ist so ein weiteres Paradox.

00:07:10: Wir sind ja heute vernetzter als je zuvorer wir haben ganz viele Möglichkeiten jemanden kennenzulernen sei es jetzt ein Partner Nachbarn neue Freunde Und gleichzeitig sind viele Menschen unglaublich einsam, weil wir einfach ganz viel alleine vor unserem Laptop oder vor dem Smartphone sitzen.

00:07:27: Weil viele Kontakte sehr fragmentiert sind.

00:07:30: Menschen sind ja auch mobiler als früher und wenn ich jetzt alle zwei Jahre berufsbedingt umziehe muss ich mir natürlich immer wieder ein Freundeskreis neu aufbauen.

00:07:37: Und gerade junge Menschen trifft das, weil die häufig ihre Familie verlassen.

00:07:41: Die gehen an einen anderen Ort, um da zu arbeiten oder zu studieren und fühlen sich dann häufig sehr alleine.

00:07:50: Einsamkeit zum Beispiel Doomscrolling verstärkt.

00:07:53: oder ist es eher umgekehrt, dass Doomscrawling die Einsamheit verstärk?

00:07:57: Sowohl als auch wenn ich viel alleine bin, tendiere ich natürlich eher dazu zu grübeln über persönliche Probleme aber auch im Internet zu surfen mich über die Weltlage zu informieren und mich dann auch eher von einer Horror-Nachricht zur nächsten zu klicken.

00:08:15: Auch wegfällt in dieser Situation sind die sozialen Kontakte, die das auffangen könnten.

00:08:19: Denn wir wissen wenn wir Sorgen Ängste mit anderen teilen dann werden die häufig sehr viel weniger weil wir unmittelbar dieses Gefühl haben.

00:08:24: Wir sind mit unseren Sorgen und Ängsten nicht allein.

00:08:28: Und wenn es Menschen einmal schlecht geht dann tendieren sie häufig auch dazu sich zurück zu ziehen Dann haben Sie weniger Energie Sind müder schlapper und sagen dann Verabredungen auch eher ab.

00:08:37: und dass kann natürlich zu einem Teufelskreis führen Dass ich mich immer mehr zurückziehe und es mir langfristig immer schlechter geht.

00:08:45: Und wie würdest du sagen hängen soziale Isolation und Medienkonsum bei jungen Erwachsenen zusammen?

00:08:52: Es ist auf jeden Fall eng miteinander verwoben.

00:08:55: Die Daten sind da sehr uneindeutlich, da gibt es sehr viele Studien zu und nicht alle Studien können jetzt ganz klar einen kausalen Zusammenhang nachweisen dass Social Media uns alle krank oder einsam macht.

00:09:06: so einfach ist das nicht.

00:09:09: Wir sehen, dass das zusammenhängt.

00:09:10: Aber wie da jetzt genau die Kausalrichtungen sind?

00:09:12: Da brauchen wir noch ein bisschen mehr Forschung zu.

00:09:15: Scheint schon so zu sein, dass Menschen, die empfindlicher sind Anfälliger zum Beispiel für mentale Belastung, dass sie dann auch eher dazu tendieren sich zurückzuziehen vielleicht Social Media zu nutzen als Ablenkung Auch als Ausrede um sich keine richtigen Kontakte aufbauen zu müssen.

00:09:34: Viele haben ja auch soziale Ängste.

00:09:36: auch das sehen wir bei jungen Menschen.

00:09:38: Und wenn ich da einmal so reingeratet, dann kann es natürlich sein, dass sich auch immer mehr diese Diskrepanz wahrnehme.

00:09:43: Das Gefühl habe Menschen, ich hocke hier Mutter sehen allein zu Hause rum und da draußen scheinen alle das perfekte Leben zu führen.

00:09:51: Denn Social Media gaukelt uns ja die ganze Zeit vor, dass es bei den anderen perfekt läuft nur bei uns eben nicht.

00:09:59: Wir haben jetzt schon ein bisschen über die Datenlage gesprochen zur Social-Media Nutzung.

00:10:05: wo's aber schon Eine Forschungsgrundlage zu gibt, ist ja was im Gehirn passiert.

00:10:13: Wenn wir zum Beispiel doomscrown und wie eben uns täglich mit Kriegen Klimakatastrophen und Wirtschaftskrisen konfrontieren also all das quasi auf dem selben Feed wo jemand gerade noch sein neues Outfit präsentiert hat.

00:10:29: Was genau passiert da im Gehören?

00:10:32: Wenn wir ganz viele Negatives sehen, dann verschiebt sich irgendwann unser Blick auf die Realität.

00:10:37: Wir haben das Gefühl, dass die Welt wirklich so schlecht ist wie sie uns tagtäglich gezeigt wird aus Social Media.

00:10:44: Das ist aber nicht unbedingt der Fall denn Medien berichten von vornherein negativer weil Menschen stärker auf negatives anspringen als auf positives.

00:10:55: und das war evolutionär total sinnvoll diese sogenannte Negativitäts Verzerrungen, die half unseren Vorfahren.

00:11:02: eine besonders feine Antenne zu entwickeln für mögliche Gefahren.

00:11:05: Es war also hilfreich, weil man sich vor allen Dingen auf Probleme fokussierte und weniger auf das was gut läuft.

00:11:11: So ist es bei uns heute immer noch.

00:11:12: wir springen sehr an wenn irgendwo eine Gefahr oder scheinbare Katastrophe droht.

00:11:18: Medien berichten deswegen negativer.

00:11:20: Wir klicken da eher drauf.

00:11:21: dann kommt der Algorithmus noch mit ins Spiel der das ganze auch mehr befeuert.

00:11:25: die negative Nachrichten werden gepusht.

00:11:28: Wenn ich jetzt natürlich nur noch negatives lese wie schlimm und schlecht die Welt ist, dann verdüstert sich mein Blick auf die Realität immer mehr.

00:11:36: Da gibt es auch Studien zu das Mean World Syndrome.

00:11:41: Wenn du den ganzen Tag liest von Straftaten überfällen

00:11:45: usw.,

00:11:46: irgendwann traust du dich nicht mehr das Haus zu verlassen überspitzt gesagt weil du Angst hast du könntest direkt überfallen werden.

00:11:52: also wir sind Wir, unser Gehirn nimmt das was es sieht für bare Münze.

00:11:58: Wir wissen zwar abstrakt dass es verzerrt ist aber es hält uns sehr schwer diese Relationen im Blick zu behalten.

00:12:06: Das heißt in unserem Gehirnen macht sich dann der Negativität bei es breit den du jetzt auch gerade beschrieben hast.

00:12:12: Genau und das kann natürlich dazu führen dass wir immer negativer über die Welt nachdenken noch mehr nach negativen Informationen suchen, die genau das bestätigen und sich das Ganze immer weiter verfinstert.

00:12:24: Und wir irgendwann auch gar keine Energie mehr für positive Dinge

00:12:27: haben.".

00:12:29: Wie wirkt sich eigentlich dieser Dauerbeschluss auf unser Stresssystem aus?

00:12:34: Also auf Cortisol, auf den Schlaf, auf die Konzentrationen?

00:12:40: Auf Dauernegativ, weil wir permanent angespannt sind... Wenn du permanent von Krisen, Gewalt oder Gefahren liest ist dein Körper ja permanent im Alarm-Modus und bereit um sich zu verteidigen.

00:12:54: Um anzugreifen usw.

00:12:57: Hinzu kommt dass die Reize auf Social Media natürlich sehr intensiv sind.

00:13:01: das macht uns besonders anfällig.

00:13:03: so ein kurzer emotionaler Real der ist direkt belohnt Gleichzeitig ist das aber auch sehr viel Input.

00:13:10: Das sind wir eigentlich von unserer natürlichen Konstitution her gar nicht gewohnt, unser Körper der ist ausgelegt auf Phasen der Anspannung wo man schnell reagieren muss und Phasend der Ruhe zum Beispiel an einer Bushaltestelle zu stehen und einfach mal innezuhalten während man noch fünf Minuten wartet.

00:13:27: Und diese kurzen Pausen die eigentlich ganz wichtig sind für unser Ruhrbefinden.

00:13:32: Die fehlen oft, weil wir direkt unser Smartphone rausholen und es dadurch diese emotionalen intensiven Reals oder Nachrichten klicken uns wieder anschauen wie schlimm die Welt ist und das bringt unser Stresssystem langfristig leicht aus der Balance.

00:13:49: Matilda, die wir ganz am Anfang dieser Folge gehört haben, die weiß selbst dass ihr nicht gut tut Warum hören wir nicht einfach auf?

00:14:01: Was steckt da neurologisch oder psychologisch

00:14:03: dahinter?".

00:14:06: Weil wir einmal im Bann dieser negativen Nachrichten sind und das auflösen wollen.

00:14:10: Wir glauben quasi, wenn ich jetzt noch eine Information bekomme dann habe ich Sicherheit!

00:14:14: Wir versuchen durch noch mehr Infos diese Unsicherheit zu kompensieren in der Hoffnung irgendwie eine Lösung zu finden oder irgendwie diese Welt lage dir... total außerhalb unserer persönlichen Kontrolle ist, die doch noch irgendwie zu kontrollieren indem wir zumindest verstehen was da passiert.

00:14:31: Du hast am Anfang über die Datenlage gesprochen.

00:14:35: gibt es da trotzdem einen Zusammenhang zu Suchtmechanismen oder zu zwanghaftem Verhalten?

00:14:42: Wir wissen, dass Social Media sehr anfällig macht und das liegt an der intermitierenden Verstärkung.

00:14:48: Social media hat ganz viele Mini-Belohnungen für uns bereit.

00:14:51: Zum Beispiel wenn du dir einen sehr ansprechenden Post durchliest oder du siehst, da hat jemand dir eine Nachricht geschickt oder dein Post geleigt und dann blinkt da irgendwie so ein cooler Button auf und du weißt, ah, das ist was richtig cooles!

00:15:05: Mal schauen wer mir da geschrieben hat und was dahinter steckt... Und der Punkt ist aber, dass wir nie genau wissen wann diese Belohnung kommt.

00:15:14: Also du öffnest Instagram und du weißt nicht ob dir da jetzt vielleicht jemand eine Nachricht geschrieben hat oder doch nicht?

00:15:20: Und genau dieses vielleicht... Dieses Nicht-Wissen Obdeitwas ist das hält uns drin!

00:15:26: Wenn Du wüsstest jedes Mal wenn Du Instagram öffnet oder eine andere App ploppt dann die Nachricht auf wird es irgendwann langweilig weil es sehr vorhersehbar ist.

00:15:35: Du kennst es irgendwann.

00:15:37: Aber durch dieses Diese Unvorhersehbarkeit behält das Ganze sein Reiz und macht es sehr, sehr attraktiv.

00:15:45: Und genau das ist was Sucht häufig befeuert.

00:15:49: Der selbe Mechanismus der Greif zum Beispiel bei Glücksspielautomaten.

00:15:52: auch da hast du ganz viele Verluste aber manchmal ist doch eben so ein Gewinn, der total belohnt ist und den du vorher nicht kommen siehst.

00:16:03: Das ist dieses verfügere Rische.

00:16:07: Und ab wann würdest du sagen, spricht man von einer echten digitalen Verhaltenssucht und wann ist das sozusagen nur eine schlechte Gewohnheit?

00:16:18: Also die Grenzen sind da immer fließend.

00:16:21: Problematisch wird es wenn wir unseren Alltag immer weiter einschränken also wenn du zum Beispiel jetzt keine Freunde mehr triffst weil du auf Social Media bist oder wenn du merkst dass du eigentlich nicht mehr richtig arbeitest, weil du dich die ganze Zeit dadurch ablängst oder andere Verpflichtungen vernachlässig kein Sport mehr machst und andere Bereiche deines Lebens immer mehr in den Hintergrund geraten.

00:16:45: Das ist häufig ein Anzeichen dass da was ernsthafteres dahinter steckt.

00:16:50: aber ich denke auch im Kleinen sollten wir das natürlich schon reflektieren.

00:16:55: Das kennen wir ja häufig gerade wenn wir müde sind, dass wir dann besonders lange noch auf Social Media sind dann zu spät ins Bett gehen, am nächsten Tag wieder müder sind unkonzentrierter und so weiter.

00:17:07: Also ich rate immer dazu sich selbst im Alltag mal zu beobachten wie viel Zeit verbringe ich eigentlich an meinem Smartphone oder auf Social Media?

00:17:15: Und dann zu schauen wann und wie kann ich diesen Reflex zum Handy zu greifen auch einfach mal unterdrücken.

00:17:21: Da gibt es auch Studien zu die zeigen das Menschen überschnittet.

00:17:24: Achtzig bis zweihundertmal am Tag zu ihrem Smartphone greifen.

00:17:27: Wenn man sie fragt, schätzen Sie das aber viel geringer ein.

00:17:30: Also wir merken das häufig gar nicht.

00:17:33: Ein Grund für all diese Veränderungen ist ja auch die Technologie selbst.

00:17:39: Bringt der technologische Fortschritt nicht auch Vorteile?

00:17:42: bzw.

00:17:43: anders gefragt also wann hilft die digitale Vernetzung tatsächlich gegen Einsamkeit oder Orientierungslosigkeit?

00:17:51: Ja Technologien haben natürlich ganz viele tolle Vorteile.

00:17:54: ich kann mich dadurch Ja, viel leichter mit anderen Connecten.

00:17:58: Ich kann mit meinen Freunden Zoom oder die Anrufen ok anrufen, konnte man auch schon vor ein paar Jahrzehnten.

00:18:05: Aber ich kann viel leicht in Kontakt treten mit nahem Freund oder neuen Leuten kennen, sondern das ist natürlich eine riesige Chance aus.

00:18:13: Insgesamt ist unser modernes Leben ja geprägt durch sehr viele Privilegien und v.a.

00:18:18: auch neue Freiheiten.

00:18:20: aber diese neuen Freiheiten verlangen uns gleichzeitig natürlich etwas ab.

00:18:24: Wenn ich zum Beispiel selbst entscheiden kann, wann ich morgens zur Arbeit gehe, wenn ich abends nach Hause gehe, dann brauche ich die Kompetenz, selbst herauszufinden und zu bemerken, weil ich erschöpft bin was ich manchmal eine Pause brauche.

00:18:37: und diese Anforderungen an die Selbststeuerung oder Selbstführung sind heute deutlich größer, weil wir individuell im Schnitt mehr Freiheiten

00:18:46: haben.".

00:18:47: Das heißt... Eigentlich selbstbestimmen ab wann der Social Media Konsum uns selbst schadet und wann nicht.

00:18:57: Gerade im Home Office ist man da ja auch sehr sich selbst über das, ist ja niemand daneben, der das merken könnte.

00:19:06: Ja deswegen hilft es einfach sehr, sich selbst immer wieder im Alltag zu beobachten.

00:19:11: wie bin ich eigentlich hier was mache?

00:19:12: Ich verplämpere vielleicht hier und da auch ein bisschen Zeit.

00:19:16: Matilda hat auch angesprochen dass sie sich informieren will.

00:19:20: Wie unterscheide ich passives Doom-Scrolling von aktivem, bewussten Medienkonsum?

00:19:28: Was ist der Unterschied im Erleben und in der Konsequenz auf mein Wohlbefinden.

00:19:33: Doom-Scrolling zeichnet sich dadurch aus dass ich mich relativ unkontrolliert von Nachricht zu Nachricht klicke ohne das Bewusst zu steuern Und bei einem bewussten Sich informieren.

00:19:45: da nehme ich mir abends fünfzehn Minuten und belese mich gezielt in meinem Qualitätsmedium, ich dann die News-Section auch wieder schließe.

00:19:57: Also das ist sehr viel gesteuert da, dass ich mir vorher überlege oder währenddessen welche Informationen eignere ich mir an und nicht dieses angstgetriebene Klicken?

00:20:07: Das heißt ja, dass die Plattform auch eine Rolle spielt.

00:20:10: also ob ich jetzt eine Tageszeitung lese oder die zwanzig Uhr Tagesschau mir ansähe oder eben TikTok schaue

00:20:19: Ja, je seriöser das Medium der Store ausgewogen ist in der Regel auch die Berichterstattung.

00:20:25: Wohin gegen ja gerade Boulevardmedien schon dazu neigen, gewisse Schlagzeilen sehr zuzuspitzen und klar ist dann das Risiko dass ich davon schockiert bin deutlich größer.

00:20:38: Und das wiederum wird natürlich auch von den Algorithmen belohnt?

00:20:41: Ja

00:20:41: absolut!

00:20:43: Gibt es eigentlich so etwas wie gesunde Formen digital informiert zu bleiben?

00:20:49: Ja, indem ich das selbst steuere zum Beispiel diese Prop-Up Nachrichten ausschalte.

00:20:55: Das kann man ja bei jeder App einzeln einstellen und soziale Medien sind unheimlich hilfreich.

00:21:01: entscheidend ist aber ob ich selbst Steuere war nicht darauf zurückgreifen oder ob ich reflexhaft auf mein Handy reagiere.

00:21:09: Wenn ich gerade versuche zu schreiben und nebenher ist noch das E-Mail Postfach auf.

00:21:12: Und der Newsticker am Laptop, dann kommt die Popup Nachricht auf den Smartphone und ich bin permanent abgelenkt.

00:21:18: Dann ist es keine gesunde Mediennutzung.

00:21:23: Eine gesunde Nutzung wäre, dass ich mir vielleicht sage, ich möchte jetzt eine Stunde lang oder eine halbe Stunde konzentriert an dieser Aufgabe arbeiten.

00:21:32: Ich mache alle anderen Fenster zu.

00:21:33: Ich leg mein Handy bei Seite, vielleicht auch in die Tasche oder in den Nachbarraum Und danach schaue ich da wieder drauf.

00:21:40: und dass sehr viel mehr Reflektiere uns selbst einteilen.

00:21:45: Denn wir sollten ja unser Smartphone in der Hand haben, nicht andersrum.

00:21:52: Wenn sich jetzt jemand in Matilda widererkennt also schlechter Schlaf ständige Anspannung das Gefühl nicht abschalten zu können was sind die ersten Schritte wenn ich da schon drin stecke?

00:22:03: Also wenn ich den Kreislauf aktiv durchbrechen will.

00:22:07: Der erste Schritt ist erstmal das Wahrnehmen, dass ich überhaupt erkenne, dass es mir schlecht geht und dass sich da gerade drin bin.

00:22:13: Denn bei vielen ist das ein Zustand der sich schleichend angebahnt hat.

00:22:18: Menschen geht's dann sukzessiv immer schlechter Und sie merken erst wenns ihnen schon sehr schlecht geht Dass es ihnen nicht gut geht.

00:22:24: Also dieses Erkennen wie bin ich eigentlich grade da?

00:22:28: Was tue ich auch?

00:22:29: also sich erst mal im Alltag beobachten Wann informiere ich mich oder wann Doom Squadte ich und hängt das vielleicht auch zusammen mit meinem eigenen Befinden?

00:22:37: Also diese Muster erstmal erkennen, um sie dann im nächsten Schritt aufbrechen zu können.

00:22:42: Es hilft sehr gerade wenn es uns sehr schlecht geht dass wir uns ein bisschen mal rausnehmen versuchen eine Pause zu machen.

00:22:48: Ich kann zum Beispiel versuchen mal draußen entlangzugehen... was um mich herum passiert, bewusst wahrzunehmen.

00:22:55: Mich auch jemandem anzuvertrauen, anstatt weiter alleine zu klicken mit jemandem darüber zu sprechen, was mich gerade belastet an dem, was ich lese und diese Sorgen mit anderen zu teilen.

00:23:06: schon das allein hilft.

00:23:07: andere können jetzt nicht die Weltlage für uns verbessern aber wir bekommen dieses Gefühl Wir sind damit nicht alleine.

00:23:13: andere nehmen das auch war.

00:23:14: wir sitzen gefühlt alle in selben Boot und können uns gegenseitig supporten.

00:23:18: Das ist ganz wichtig Und dann gezielt den Medienkonsum anpassen.

00:23:25: Ich kann mir zum Beispiel vornehmen, dass ich mich am Tag einmal fünfzehn Minuten gezielt informiere auch festlegen auf welchen Medium ich das tun will und dann versuchen die restliche Zeit da nicht wieder in diese Schleife hinein zu geraten.

00:23:40: Wenn das doch passiert, dann mal schauen... Was genau geht da eigentlich von Statten?

00:23:45: Was wird berichtet in dem Artikel, was davon sind gesicherte Fakten.

00:23:49: Was sind vielleicht auch mal reißerische Spekulationen und was habe ich selbst in diese News hineininterpretiert?

00:23:58: Und ich kann mich informieren ganz gezielt über positive Entwicklungen denn die gibt es auch, die sind häufig nur deutlich weniger sichtbar.

00:24:05: also wenn irgendwo eine Katastrophe passiert zum Beispiel ein Brand oder eine Explosion dann liefert das ja direkt unglaublich eindrucksvolle Bilder, die man direkt auf der Titelseite der Nachrichten abbilden kann.

00:24:18: Wohin gegen viele positive Entwicklungen sehr leise im Hintergrund geschehen.

00:24:22: Wenn zum Beispiel die Kindersterblichkeit singt oder Krebsmedikamente entwickelt werden oder sukzessive mehr erneuerbare Energien genutzt werden sind das gefühlt unspektakuläre Entwicklungen, die sich viel schwerer bebildern lassen.

00:24:42: Aber es gibt diese Entwicklung und mit denen können wir uns gezielt auseinandersetzen.

00:24:46: Das heißt also, wenn ich merke, es geht mir schlecht dann kann ich eine Pause machen und versuchen einmal ganz bewusst die Umwelt zu betrachten, mit anderen darüber sprechen was mich beschäftigt um dann im nächsten Schritt mir bei Medienkonsum ein Limit setzen Und Ich kann mich bewusst über positive Entwicklungen informieren damit ich mich besser fühle.

00:25:07: das sind alles Dinge an denen ich langfristig arbeiten kann Und was hilft kurzfristig?

00:25:13: Also, was kann ich heute Abend noch machen?

00:25:16: Ich würde sagen vornehmen, heute Abend nicht drei Stunden auf der Couch wieder die Negativnachrichten zu konsumieren.

00:25:24: Sondern das Handy nach fünfzehn Minuten beiseitezulegen und dann vielleicht eine gute Freundin oder ein Freund anzurufen.

00:25:34: Und abgesehen von all den Sachen, die du jetzt schon genannt hast... Was sind so die größeren Schrauben, an denen ich drehen muss?

00:25:42: Langfristig gedacht vielleicht.

00:25:44: Was sich noch tun kann ist nicht stärker auf das zu fokussieren was in meinem Einflussbereich liegt.

00:25:51: Die Weltlage beunruhigt uns deswegen häufig so sehr weil es etwas ist was wir selbst nicht beeinflussen können und deswegen fühlen wir uns manchmal sehr unmächtlich wenn wir das alles lesen.

00:26:00: Wir können uns vielleicht irgendwo politisch engagieren aber unrealistisch dass wir selbst diese Probleme lösen.

00:26:08: Um dieser Ohnmacht etwas entgegenzusetzen, kann ich versuchen den Fokus Pürpür auf das zu lenken was in meinem eigenen Einfussbereich liegt.

00:26:17: Also ich kann mir überlegen tagsüber Was kann ich selbst tun?

00:26:21: Welche Ziele habe ich oder was möchte ich heute erledigen welche Aufgabe und die machen Und dann Schritt für Schritt auf diese Dinge schauen.

00:26:29: Was schaffe ich eigentlich in meinem Alltag?

00:26:30: Was gelingt mir gut, was sind meine Stärken und Kompetenzen?

00:26:33: Wie gehe ich mit Herausforderungen um, um da stärker den Blick zu haben einmal auf das, was in meiner Macht liegt aber auch auf das was eigentlich schon gut ist im Alltag.

00:26:45: Andersherum, was kann ich tun bevor ich im Tief lande?

00:26:49: Wie kann ich präventiv etwas aufbauen das mich schützt gerade wenn ich in so einer Umbruchsphase bin wie dem Studienstart.

00:26:58: Auch hier schauen was sind denn meine Ressourcen welche Lebensbereiche habe Ich und wie kann ich da jeweils Kraft rausziehen Zum Beispiel im Studium, was interessiert mich da?

00:27:12: Womit möchte ich nicht befassen.

00:27:14: Aber auch im Bereich Gesundheit oder Sport gibt es vielleicht eine Sportart, die ich gerne mache und mir selbst etwas gut zu tun.

00:27:20: Hobbys, Aktivitäten, die mich erfüllen, die mir ein Gefühl von Sinn geben oder ehrenamtliches Engagement sich einsetzen für andere.

00:27:27: Auch das hilft sehr... Weil wir da etwas tun können gegen Negatives und gleichzeitig selbst erfahren, dass wir etwas bewirken.

00:27:36: Dass wir anderen Menschen etwas geben.

00:27:37: Das macht nicht nur andere glücklich sondern auch uns soziale Beziehungen.

00:27:41: ganz wichtig hatten wir eben schon drüber gesprochen.

00:27:45: Dass ich gerade in stressigen Phasen vor einer Prüfung oder so schaue hier und den Kontakt nicht zu verlieren, vielleicht doch einmal in der Woche den Abend einzuplanen mit der Freundin wo man sich in Ruhe unterhält oder vielleicht auch was Schönes unternimmt.

00:27:58: Solche Aktivitäten sind sehr sehr wichtig gerade wenn es uns schlecht geht oder auch davor weil sie einen Ausgleich schaffen.

00:28:05: Du hast jetzt schon einige Möglichkeiten aufgezählt die mir helfen können soziale Beziehungen pflegen Sport zum Beispiel Aber auch zu gucken, welche Ressourcen ich selbst habe und natürlich auch sich noch mal bewusst machen, worauf ich einen direkten Einfluss habe.

00:28:20: Sich das nochmal vor Augen führen und bewusstmachen.

00:28:25: Was sagt eigentlich die Forschung über diese Art von Schutzfaktoren?

00:28:28: Was macht manche Menschen resilienter als andere?

00:28:32: Wie bei fast allen psychologischen Merkmalen ist es nicht ein Faktor sondern ein Bündelanfaktorn.

00:28:38: Es hängt zum einen ab von der genetischen Basis.

00:28:41: Es gibt Menschen, die sind einfach von ihrer Konstitution her entspannter gelassener als andere.

00:28:47: Die eher dazu neigen sich Sorgen zu machen, zu grübeln und so weiter.

00:28:51: Und dann aber auch Umweltfaktoren und da zeigt die Forschung schon recht klar dass soziale Beziehungen ein ganz wichtiger Faktor sind.

00:28:58: Da kommt es gar nicht so sehr auf die Anzahl der Freunde an Sondern darauf ob ich einen zwei Personen habe Die mir das Gefühl geben, auf die kann ich mich verlassen.

00:29:09: An die kann Ich mich wenden.

00:29:10: wenn irgendetwas ist sind die für mich da.

00:29:13: mit denen Kann ich meine Sorgen und Ängste teilen, da baue ich keine Angst zu haben wie die mich bewerten Und so weiter dass es sehr sehr wichtig für Menschen Für ein erfülltes Leben sagen auch menschen wenn man sie rückblickend befragt Betagte Menschen wenn du zurückschaust auf dein Leben.

00:29:29: was hat das eigentlich ausgemacht?

00:29:31: Das ist gut war da sagen viele menschens waren Es war nicht der berufliche Erfolg, es waren die sozialen Beziehungen.

00:29:39: Aber auch ganz wichtig gerade in Krisenzeiten weil Menschen uns dahin durchtragen emotional, durch praktische Hilfe oder auch durch Informationen.

00:29:48: und ein zweiter Faktor der ganz entscheidend ist das Sinn.

00:29:52: wir wissen dass Menschen sehr viel ertragen können Wenn Sie das Gefühl haben, dass was ich tue hat einen Sinn.

00:29:59: Also da ist etwas Tieferes dahinter, was sich bezwecken möchte.

00:30:03: es geht eigentlich nicht darum, dass ich permanent super happy bin und im Grinsen durch den Alltag laufe.

00:30:08: dieser Zustand ist unrealistisch niemand ist dauerhaft glücklich sondern es geht häufig darum so eine tiefere Bedeutung zu sehen in dem was wir tun Und häufig merken wir das dadurch, dass wir uns über den Sinn gar nicht so viele Gedanken machen.

00:30:24: Sondern ich habe es einfach erfüllt fühlen mit dem.

00:30:28: und da kann man mal schauen, worin gehe ich eigentlich so richtig auf?

00:30:33: Was macht mir Spaß Freude?

00:30:34: Wo vergesse ich Raum und Zeit?

00:30:36: also wo bin ich so richtig im Flow?

00:30:38: und wenn mir damit nichts einfällt was hat mir als Kindfreude bereitet?

00:30:43: welche Aktivitäten hab ich da gerne gemacht?

00:30:45: Kann ich mir davon vielleicht etwas zurückholen in meinen Alltag?

00:30:50: Lass uns noch mal konkret über das Thema digitale Balance sprechen.

00:30:54: Da gibt es ja auch einige Strategien, wie man das Medienverhalten aktiv gestalten kann statt von ihm gestaltet zu werden.

00:31:04: Was hältst du von solchen Dingen wie feste Nachrichtenzeiten oder App-Limits oder digitalen Detox Phasen?

00:31:13: Prinzipiell finde ich das gut, aber es sollte immer zu den eigenen Bedürfnissen und dem eigenen Alltag passen.

00:31:19: Wenn ich zum Beispiel gerade kleine Kinder habe und die sind in der Kita und da passiert irgendwas wäre es ja schon gut wenn mich jemand im Notfall auch wenn's unwahrscheinlich ist erreichen könnte also es nicht immer möglich zu sagen Leute ich bin jetzt mal weg und erreich mich nicht mehr.

00:31:35: Ich muss immer so ein bisschen schauen was passt denn in meinen Alltag?

00:31:39: Und dazu gehört auch zu erkennen, was ist denn eigentlich wirklich wichtig?

00:31:42: Also worauf kommt es an in meiner Kommunikation.

00:31:44: Wer muss mich im Zweifelsfall erreichen können wann und wie?

00:31:48: Und was ist vielleicht nicht so dringlich auch bei Emails?

00:31:51: Man muss nicht auf jede E-Mail gleich antworten, man muss nicht jeder Entscheidungen gleich treffen.

00:31:54: Man muss auch nicht jedem gleich direkt zurückwurzappen.

00:31:57: Häufig meinen wir dass wir müssten das tun und machen als reflexhaft werden dann aber sehr viel herausgerissen aus unseren täglichen Aufgaben.

00:32:06: und auch hier hilft wieder die Selbstbeobachtung.

00:32:08: also zu schauen.

00:32:10: Was lenkt mich eigentlich ab und wie könnte ich diese Ablenkung etwas reduzieren?

00:32:15: Woher kommt eigentlich diese Dringlichkeit, dieses Bedürfnis immer sofort zu reagieren auf zum Beispiel die letzte WhatsApp-Nachricht?

00:32:23: Das ist ja ganz tief in unserer Kultur eingebrannt.

00:32:26: Wir sind eine Leistungsgesellschaft und da geht es eben oft darum, möglichst viel oder möglichst weniger Zeit zu schaffen – das ist ja ein Maß um Leistung zu quantifizieren!

00:32:36: Und dass es kulturell tief verankert und wir saugen das von klein auf... Auf dieses Gefühl, ich muss schnell sein.

00:32:45: Ich muss auf Zack

00:32:45: sein.".

00:32:46: Manchmal steht da auch das Bedürfnis dahinter.

00:32:49: Ich möchte zuverlässig sein also der andere, der wartet doch jetzt auf meine Nachricht und ich muss ihm jetzt antworten.

00:32:55: Also so eine hohe Gewissenhaftigkeit, dieses Gefühl von ich möchte gerne verlässlich sein, ich möchte anderen Menschen gefallen die nicht vor den Kopf stoßen.

00:33:05: Du hast jetzt auch gerade schon erwähnt dass es nicht für alle immer möglich ist komplett wegzusehen?

00:33:10: Nicht erreichbar zu sein.

00:33:12: Gibt es trotzdem Daten, die belegen ob zum Beispiel digitale Detox Phasen das wohlbefinden stärken oder vielleicht auch schaden?

00:33:23: Glaube ich jetzt zwar ja nicht.

00:33:24: Aber vielleicht gibt es da auch neue Erkenntnisse in der Forschung?

00:33:28: Für unseren Alltag entscheiden sind gar nicht so einzelne Phasens sondern was sich dauerhaft mache.

00:33:33: also welche Routinen baue ich mir langfristig auf?

00:33:36: und so eine Detox Phase kann hilfreich sein um sich überhaupt erstmal bewusst zu machen Wie gehe ich eigentlich mit meinem Medienkonsum um?

00:33:44: Weil mir das da schlagartig klar wird.

00:33:47: Ich war mal in den USA für drei Wochen und war dazu, Frau mir eine Internet-Handykarte zu holen und hatte dann kein mobiles Internet.

00:33:54: Das hat dazu geführt dass ich mein Handy kaum nutzen konnte, sei denn ich war irgendwo im WLAN eingeloggt Und in der Zeit ist mir schon sehr stark aufgefallen, wie viel Nonsens ich da eigentlich verzerbt habe mit meinem Smartphone und dass man das so eigentlich nicht braucht.

00:34:09: Und hat mich mal viel mehr mit ... Mit mir, mit meiner Umgebung, mit meinen Gedanken anderen Dingen befasst an der Zeit.

00:34:17: Das kann natürlich ein Auslöser sein um sich vorzunehmen, das mitzuneben im gewöhnlichen Alltag und gewisse Dinge anders zu machen als wir es vorher gemacht haben.

00:34:28: Wie realistisch Ist das eigentlich im Alltag von Studierenden, also solche Routinen zu etablieren wie zum Beispiel feste Nachrichtenzeiten, App-Limits oder eben digitale Detox Phasen?

00:34:41: Das kann hilfreich sein um so eine Routine zu haben.

00:34:44: Aber bei Social Media sind es häufig sehr starre Trends wo dann eine Regel als ein Allheilsversprechen für alle verkauft wird und solche Regeln Individuell, wir haben ja auch unterschiedliche Tagesabläufe und nicht bei jedem passt jede Routine rein.

00:35:00: Deswegen würde ich mal so ein bisschen schauen, etwas flexibel auch.

00:35:05: was passt denn zu mir?

00:35:06: Und welche Routine tut mir persönlich gut?

00:35:11: Zum Abschluss, was würdest du Matilda und alle anderen die sich in ihr wiedererkennen als allererstes mitgeben.

00:35:19: Also was ist dein wichtigster Satz für jemanden, der gerade das Gefühl hat die Welt ist zu viel und ich komme einfach nicht hinterher?

00:35:28: Gerade wenn wir sehr überfordert sind es ist eine gute Idee kurz inne zu halten eine Pause zu machen vielleicht auch mal um den Block zu gehen frische Luft zu schnappen um wieder runterzukommen so ein bisschen ruhig reinzubringen.

00:35:44: im zweiten Schritt all das mal aufschreiben, was mir durch den Kopf geht.

00:35:49: To-dos, Verpflichtungen, Verantwortlichkeiten, Sorgen, Gedanken... Das ist ja mitunter unheimlich viel.

00:35:57: und dieses Aufschreiben hilft zum einen um es aus dem Kopf raus zu bekommen diesen Mental Load.

00:36:03: er ist jetzt auf dem Blatt Papier ich muss ihn nicht weiter mit mehr rum tragen Ich kann mich dem zuwenden wenn ich möchte aber vielleicht zwischendrin auch loslassen.

00:36:12: Und zum Zweiten hilft das auch, um zu priorisieren.

00:36:16: Dass ich erkenne.

00:36:16: was ist denn jetzt wirklich wesentlich und wichtig?

00:36:20: Was ist eine Sache die in meinem Einflussbereich liegt, die ich angehen könnte?

00:36:27: Liebe Eva vielen Dank für die tollen Tipps die du uns gegeben hast!

00:36:30: Ich nehme auf jeden Fall mit dass es nicht darum geht dass sich mich mit super vielen Menschen umgebe sondern dass ein zwei gute Freundinnen ausreichen bei denen ich weiß ich kann mich auf sie verlassen Und dass ich mir immer wieder ins Bewusstsein rufe, was mir Spaß macht und Freude bringt.

00:36:47: Dass ich selbst auch gezielt nach guten Nachrichten ausschaue halte und nicht nur negative Schlagzeilen konsumiere.

00:36:54: Was bei mir auch hängen geblieben ist, ist das ich mir auch immer wieder bewusst machen sollte, dass sich nicht alle Krisen- und Kriege lösen kann.

00:37:03: Das ich aber schon einen Einflussbereich habe und Dinge im Kleinen bewegen kann.

00:37:07: Und natürlich ab und zu das Handy einfach weglegen!

00:37:11: Eva, vielen Dank dass du bei uns warst.

00:37:14: Ich danke dir!

00:37:18: Das war eine neue Folge How It Works präsentiert von Die Techniker.

00:37:23: ich bin Azadeh.

00:37:24: schön das ihr dabei wart Falls ihr mehr von uns hören wollt.

00:37:28: in unseren anderen Staffeln haben wir uns schon mit Themen wie Prüfungs Stress und Prokrastination beschäftigt alles zu finden da wo Ihr Podcast so hört Und kleiner Spoiler.

00:37:38: Wir gehen in den nächsten Folgen noch eine Ebene tiefer sprechen über Einsamkeit, Feed-Vertieg und noch konkreter über digitale Balance.

00:37:47: Und wenn ihr selbst Erfahrungen habt, die ihr teilen möchtet dann besucht uns doch!

00:37:51: In diesem Jahr sind wir nämlich auch wieder mit Veranstaltungen an verschiedenen Hochschulen in Deutschland.

00:37:56: Wir waren in der letzten Zeit bereits an einigen Unis und haben bei Veranstaltung mit Expertinnen über verschiedene Themen gesprochen.

00:38:03: Schaut doch mal in die Schauenruts.

00:38:04: da findet ihr die Videos dazu und könnt sie euch nochmal ansehen.

00:38:07: Macht's gut.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.