#26 Social Media – Pause oder Pressure?

Shownotes

Kurz die Vorlesung hinter sich bringen, dann ab auf die Wiese, Kaffee in der Hand, einmal durchatmen. Schon greift die Hand fast von allein zum Handy. Ein Reel, ein Post, noch einer und schon ist die Pause vorbei, bevor sie richtig angefangen hat. Neun Stunden Bildschirmzeit, bei manchen elf: Auf dem Campus der Uni Potsdam sind solche Zahlen keine Ausnahme.

Social Media ist beides. Es verbindet, gibt uns Memes, Popkultur und das Gefühl, dazuzugehören. Zugleich es zieht uns rein, bringt uns dazu, unsere Leben mit denen zu vergleichen, die scheinbar besser laufen, und macht aus Verbindung schnell Verpflichtung. Wie kommen wir aus dem Autopiloten raus, ohne gleich alles zu löschen? Was hilft wirklich und was ist nur gut gemeint? Wir haben uns auf dem Campus umgehört und außerdem mit der Psychologin Natalie Hartig, dem Poetry-Slammer Rainer Holl, dem Content Creator Robin Solf und mit Jule Seiffert gesprochen, die an der Uni Potsdam den Feelgood Campus leitet. In dieser Folge gibt es konkrete Strategien für alle, die das Gefühl kennen: Ich wollte doch nur ganz kurz auf Instagram gucken.

Auf dem Content Hub „How it works“ findet ihr jede Menge Artikel rund um mentale Gesundheit. Und weitere Live-Talks, in denen Redakteur*innen von ZEIT Campus mit spannenden Persönlichkeiten und Expert*innen sprechen, findet ihr hier.

Redaktionsleitung: Mae Becker Projektleitung: Anna Matt Redaktion: Azadê Peşmen Producer: Jonas Ross

Transkript anzeigen

00:00:10: Stell dir vor, du hast gerade eine Vorlesung hinter dir.

00:00:15: Du holst dir schnell einen Kaffee, legst dich für ein Moment auf die Wiese.

00:00:19: einfach kurz durchatmen, kurz runterkommen und dann passiert etwas das viele kennen!

00:00:25: Du greifst fast automatisch zum Handy.

00:00:27: nur kurz schauen Ein Real, ein Post noch einer vielleicht noch schnell die News App öffnen Und schon ist deine Pause vorbei.

00:00:38: Schnell aufstehen, zu Sonnenpacken sich beeilen.

00:00:40: Damit du es noch pünktlich zur Vorlesung schaffst.

00:00:44: Schnell durch die Tür in den Vorlesungssaal.

00:00:46: Dahinten ist noch ein Platz frei.

00:00:48: Setzen, durchatmen.

00:00:51: Puh!

00:00:51: Noch mal geschafft – der Profi ist noch nicht da und das Handy wird erneut gezückt wieder ganz automatisch.

00:00:58: Du siehst Reels von Leuten, die ihr Leben scheinbar im Griff haben Ob Sie auch manchmal fast so spät kommen?

00:01:05: Und schon fühlst du dich... naja Mies.

00:01:10: Und genau um diesen Unterschied geht es heute!

00:01:29: Hey, ich bin Azadeh und du hörst eine neue Folge von How It Works – präsentiert von Die Techniker.

00:01:42: Ich bin heute auf dem Campus Kribnitzsee an der Uni Potsdam.

00:01:45: Es ist schön hier Die Sonne scheint, viele Kommilitoninnen sind draußen.

00:01:49: Zum Mittag gibt's in der Mensa-Torte Linie mit Pesto.

00:01:52: Der Kaffee kommt aus dem Automaten.

00:01:55: Dieses Szenerie gibt es genauso oder so ähnlich an unzähligen Hochschulen in Deutschland und viele der Studis die nicht an Gruppen zusammensitzen haben eines gemeinsam sie starren auf ihr Handy Und das... Nicht nur kurz.

00:02:10: Also bei mir sind es neun Stunden und fünf Minuten.

00:02:13: drei Stunden, neunzehn Minuten

00:02:16: Das sind Ariane und Luise.

00:02:17: Beide habe ich gefragt, was ihre durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit ist.

00:02:21: Auch mit Leon habe ich gesprochen.

00:02:23: Bei ihm waren es sogar über elf Stunden Und bei dir?

00:02:30: Viele von uns sind viel am Handy Klar besonders im Unialltag auch am Laptop Hausarbeiten, Recherche Digitale Seminare All das sorgt für eine hohe Bildschirmt-Zeit Und zwischendurch skreuen wir durch die Fiez für eine schnelle Zerstreuung informieren uns, lassen uns unterhalten.

00:02:48: Eine Willkommene Ablenkung!

00:02:50: Nur ganz kurz – wirklich.

00:02:52: Wirklich?

00:02:54: Und man merkt ja auch dass man irgendwie so ein paar Minuten scrollt und dann ist auf einmal Stunde weg.

00:02:58: ne?

00:02:58: Sagt Ariane…und wie sich eine Stunde anfühlt hat mir Lerner erzählt

00:03:03: Die vergeht wie im Flug, deswegen ist es ja auch so gefährlich.

00:03:07: Man merkt nicht, wie viel Zeit man eigentlich verschwendet

00:03:08: damit.".

00:03:09: Er

00:03:09: sagt aber auch Social Media...

00:03:11: "...gibt ein bisschen Popkultur.

00:03:12: also man kann sich dann halt gut unterhalten.

00:03:15: Man hat zu seinen Memes, man hat Anschluss und sozialen Anschlussen dadurch weil man halt bonden kann mit Leuten, weil man Sachen sieht die viele kennen.

00:03:25: Also dann gewisse Memes und dann versteht man direkt und dann findet man das gemeinsam lustig.

00:03:28: Hat eine Grundlage...".

00:03:30: Das Verbindende?

00:03:31: Das ist schon im Namen angelegt Social Media.

00:03:35: Doch zwischen Doomscrolling und Liken, zwischen Popkultur und Politik, zwischen Content Creators und Freundinnen hat Social-Media-Nutzung auch trennende Elemente.

00:03:45: Schürt Hass und Hetze!

00:03:47: Denn der Algorithmus befeuert und belohnt starke Reaktionen – und Social Media sorgt dafür, dass man sich ständig vergleicht, auch unterbewusst.

00:03:56: Warum sieht bei vielen alles immer so viel leichter aus?

00:03:59: Also weg mit dem Profil Apps die installieren und schon geht es einem gut?

00:04:05: Nein, so leicht ist das auch nicht weiß Psychologin Natalie Hartig.

00:04:09: Denn die Apps sind so gebaut dass es uns schwer gemacht wird aufzuhören und sie verfolgen ein klares Ziel.

00:04:16: Es ist ja letztendlich ein Wettkampf um die Aufmerksamkeit der Menschen ausgereift.

00:04:23: Also auf ganz verschiedenen Ebenen ist es psychologisch total gut aufgebaut.

00:04:27: im Sinne von man hat die ganzen Verstärkermechanismen, man hat eine Neurotransmitter-Ausschüttung also das dopaminerge System wird aktiviert.

00:04:36: dann hat man auch noch ja ganz klassische negativ konnotierte Reize

00:04:40: d.h.,

00:04:41: die regen unsere Aufmerksamkeit an und das kennen wir ja auch so aus der Steinzeit.

00:04:47: Wir denken, es hat für uns ein Überlebensvorteil.

00:04:49: Deswegen fokussieren wir auf diese Reize und kommen auch schlecht

00:04:52: raus.".

00:04:53: Und genau das erklärt gut, warum wir oft auf Social Media hängenbleiben und so viel Zeit auf den Apps verbringen – auch wenn wir eigentlich eine Pause bräuchten.

00:05:01: also weniger Reize!

00:05:03: Manche ziehen das durch, löschen die App, versuchen...

00:05:08: Für mich startet der Tag immer so schlecht, deswegen versuchst zu reduzieren.

00:05:18: Aber ja...

00:05:21: Das war nochmal Luise!

00:05:23: Auch Ariane versucht weniger am Handy zu sein.

00:05:26: Also ich versuche es auch zu reduziert

00:05:28: mit

00:05:29: wo man halt die Apps beschränken kann auf wieviel Minuten oder schon wenn man am Tag drauf ist aber ignoriert man natürlich auch mal gerne

00:05:35: Dieses Ignorieren.

00:05:37: das kenne ich auch.

00:05:38: Du hast dein Zeitlimit für Insta erreicht Wie oft ich da schon auf in fünfzehn Minuten erneut Erinnern geklickt habe Und wenn ich ehrlich bin, noch öfter auf heute kein Limit.

00:05:50: Wenn man einfach an die Reizüberflutung denkt, die auch visuell in den Moment

00:05:55: eintritt,

00:05:56: dann möchte man ja vielleicht mal seine Augen ein bisschen entspannen und den Kopf – das ist ja das!

00:06:03: Man möchte ja auch irgendwie mal offline gehen, deswegen spreche mich sehr viel Pausen aus aber ich spreche mir noch viel mehr für bewussten Konsum

00:06:10: aus.

00:06:11: Dass sich mit Natalie Hartig spreche, ist übrigens keinen Zufall.

00:06:14: Auch dass ich in Potsdam bin, ist keiner.

00:06:17: Denn hier findet heute Abend auf dem Campus eine Panel-Diskussion statt veranstaltet von der Uni Potsdamm gemeinsam mit Zeitcampus und die Techniker.

00:06:25: Es geht – ihr ahnt es – um unseren Social Media Konsum Und warum wir ständig weiter scrollen auch wenn wir merken es tut uns gerade nicht

00:06:33: gut

00:06:34: Wie sich das anfühlt zumindest für ihn.

00:06:36: Das erklärt mir Poetry Slammer Rainer Holle.

00:06:39: auch er ist heute Abend dabei.

00:06:41: Vielleicht kennen die Menschen, die die Autofahren das.

00:06:43: Wenn man plötzlich so merkt ich fahre ja gerade Auto und dann guckt man schnell in den Rückspiegel und dann checkt man einmal alles Und so ist es glaube ich auch beim scrollen dass wir irgendwann sagen Achso Ich bin ja hier In dieser Welt ich nehme ja teil an der Simulation und Dann muss mich immer kurz schütteln

00:06:59: was ihm dann hilft.

00:07:01: dafür gibt Es ironischerweise Auch Tipps in Den sozialen Netzwerken.

00:07:05: Dann merke ich, ich muss mich jetzt erst mal wieder regulieren.

00:07:08: Und das lernt man ja auch in Reels.

00:07:14: Man fühlt sich nicht gut.

00:07:15: und dann ist die Frage, wann habe ich zuletzt was gegessen?

00:07:17: Habe ich genug Wasser getrunken?

00:07:18: Muss ich mir also die Grundbedürfnisse checken?

00:07:21: Muss vielleicht einfach mal mit jemandem kommunizieren...

00:07:25: Ganz banale Dinge allso, die aber wichtig sind!

00:07:28: Genau wie die Frage wenn Social Media nicht nur Pause ist sondern auch Pressure Wie baut man sich eine Pause, die wirklich Pause

00:07:36: ist?!

00:07:37: Nathalie sagt, es geht nicht darum sich dafür zu verurteilen, dass man scrollt.

00:07:41: Aber es geht darum den Konsum bewusster zu machen und sich ein Ende zu setzen.

00:07:46: Unser Gehirn braucht ein Ende und der Vieh ist ja unendlich.

00:07:49: Und da sich ein bewusstes Ende zu setzten und zu sagen okay ab hier die Zeit ist vorbei ist Stopp!

00:08:00: Oder aber natürlich dieses Thema Reizreaktionsverbindung, die App vielleicht mal auf dem Screen verschieben und das Gehirn ein bisschen triggern.

00:08:07: Und sich in den Moment wo man dann zugreift auch wirklich versuchen bewusst zu fragen okay was mache ich hier eigentlich?

00:08:12: Und was möchte ich gerade?

00:08:14: also möchte ich grad eine Auszeit.

00:08:16: Aber ist es wirklich der Weg wie ich meine Auszeit kriege?

00:08:26: Das klingt simpel Ist aber eigentlich ein ziemlich guter Reality Check.

00:08:30: Was will ich grade wirklich?

00:08:32: Unterhaltung Ablenkung Verbindung oder einfach nur kurz nicht denken müssen?

00:08:39: Und weil das Ganze oft auch etwas mit Zugehörigkeit zu tun hat, also mit dem Gefühl ich will nichts verpassen.

00:08:45: Ich will dabei sein, hat Natalie noch einen Punkt der bei mir hängen geblieben ist.

00:08:50: Da hinter liegt ja dieses grundlegende Bedürfnis nach Zugehrigkeit.

00:08:53: Also need of belonging – Das haben schon kleine Baby gefühlt!

00:08:59: In der Wiege.

00:09:00: und dieses Bedürfnis, das kommt aus einer Zeit wo wir eben um zu überleben in eine Gemeinschaft funktioniert

00:09:07: haben.

00:09:09: Das heißt wenn du merkst Du hängst ausgerechnet dann am meisten am Handy Wenn du dich eh schon allein fühlst Dann könntest du stattdurch Feeds irgendwelcher Creator zu swipen einfach Eine gute Freundin oder einen Freund anrufen Oder mal wieder deine Oma Ein wie Nathalie es nennt bewusster Konsum Das ist das eine.

00:09:34: Auf dem Panel in Potsdam ist aber auch jemand, dessen Arbeit eng mit Social Media verknüpft ist.

00:09:39: Ich bin Robin Solf, ich bin Moderator-Podcaster und Content Creator aus Berlin

00:09:44: Und Robin hat – wie viele?

00:09:46: Eine ziemlich stabile Bildschirmzeit.

00:09:49: Neun Stunden fünf!

00:09:51: Hallo damit bin ich schon….

00:09:53: es sind nicht elf.

00:09:55: Und er beschreibt TikTok & Insta längst nicht mehr nur als Entertainment sondern auch als Nachrichten und Popkulturplattform.

00:10:03: Es zieht ein schnell rein, aber auch schnell in eine gewisse Negativität.

00:10:07: TikTok ist inzwischen ne Plattform geworden auf der ich sehr bin zum konsumieren also es ja auch für viele Leute heute aber auch für mich.

00:10:15: Nachrichtenplattformen Popkulturplattform.

00:10:17: Was hat Sarah Larsen letzte Woche wieder getragen so was?

00:10:20: Ich muss aber sagen in letzter Zeit Scheißt mir das so ein bisschen in den Kopf.

00:10:24: Also ich sehe sehr, sehr viele negative Sachen und es ist mir manchmal zu viel weil ich mich dann frage Ist die Welt gerade wirklich so viel schlimmer als sie noch vor zehn Jahren war?

00:10:33: Und deswegen nimmt mich das mit oder rede ich mir das einfach ein, weil ich's halt die ganze Zeit angezeigt bekommen?

00:10:39: und ich glaube der Mittelweg ist wahrscheinlich nicht das Richtige aber es ist mehr manchmal ein bisschen zuviel und dann sage ich okay ich poste meinen Content da drauf und dann mache ichs zu weil mir das manchmal zuvier ist.

00:10:49: was er dann macht entscheidet sich für einen Klassiker.

00:10:52: Ich habe angefangen zum Beispiel morgens auch nicht mehr als erstes direkt da drauf zu gucken.

00:10:56: Ich hab immer einen Flugmodus an, meinen Freund sagt immer ich muss den anmachen und dann hilft mir das morgens... weil wenn ich mein Wecker ausstelle und ich würde diese Push-Benachrichtigung alle schon sehen, dann würde ich auch sofort rauf gehen.

00:11:07: Wenn ich das aber noch außer hab,

00:11:08: d.h.,

00:11:08: wenn ich es nicht runterziehe sehe ich's ja nicht, dann kann ich auch ruhig erstmal eine Stunde morgens durch den Tag gehen ohne mich da groß aufzuregen.

00:11:13: Da hab' ich wirklich gemerkt dass das ändert was bei

00:11:16: mir.".

00:11:18: Und das ist vielleicht schon die erste lösungsorientierte Empfehlung für alle, die sagen ich will weniger Bildschirmzeit aber ich will nicht komplett raus.

00:11:27: Flugmodus bis nach dem Frühstück oder bist du das Haus verlässt Notifications ausstellen mindestens bei Instagram und TikTok und wenn Du merkst du klickst auf heute kein Limit dann ist das wahrscheinlich ein Zeichen dafür dass du vielleicht gerade wirklich was brauchst nur halt nicht noch einen Real.

00:11:45: Eine zweite Empfehlung kommt aus einer Ecke, die erstmal Paradox klingt.

00:11:49: Ein Projekt das Social Media nutzt um Offline-Leben zu stärken.

00:11:53: Jule Seifert leitet das Projekt an der Uni Potsdam und erklärt worum es geht.

00:11:57: Der Fehlgut Campus ist seit fünf Jahren ja so ein bisschen in die Anlaufstelle für studentische Gesundheitsförderung.

00:12:05: Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, das Thema mentale Gesundheit aus der traurigen Ecke rauszuholen und einen Anlaufpunkt zu schaffen um Gesundheitsförderung

00:12:15: publik zu

00:12:16: machen auch.

00:12:18: Wenn Jule beschreibt was gutes Campusleben ist dann ist das im Prinzip schon ein Gegenentwurf zur Doomscrawling.

00:12:23: Ich will auf der Wiese liegen und in die Sonne schauen, ich will eine Runde Tischtennis spielen.

00:12:28: In Lehrveranstaltungen gehen, wo Lehrer auf Augenhöhe passiert?

00:12:31: Wo ein gutes Miteinander, ein guter Austausch passiert.

00:12:36: Wo auch das Gefühl habe, man hat Zeit

00:12:38: füreinander.".

00:12:39: Auch Jula habe ich gefragt ob sie einen richtig guten Tipp hat weniger auf Social Media rumzuhängen.

00:12:44: Hatte sie!

00:12:45: Eine meiner größten Inspirationen, das habe ich gehört bei einer Rede von Professor Judith Mangelsdorf die gesagt hat entfernt einfach einmal alle Social Media von einem Handy.

00:12:58: Keine Verbotskultur!

00:13:01: Ihr könnt es auf dem Rechner nutzen aber ihr werdet relativ schnell feststellen oh jetzt den Rechler anmachen um bei Instagram die Stories zu checken Auf dem Rechener.

00:13:11: Instagram ist wie studiverzett.

00:13:14: Es ist so langweilig.

00:13:17: Also du hast dieses Doom-Squalling, worum es ja auch heute geht... Das hast Du am Rechner nicht!

00:13:23: Es fühlt sich einfach ganz anders an.

00:13:27: Die Idee?

00:13:28: Barriere statt Verbot.

00:13:30: Wenn Du also merkst, Du rutscht immer mehr in diesen Automatismus schnell Dein Handy in die Hand nehmen zu wollen Dann nimm Dir die App vom Homescreen oder eben ganz vorm Handy Und wenn Du wirklich willst kannst Du später im Laptop rein.

00:13:43: Damit wird die Bildschirmzeit zu einer bewussten Entscheidung.

00:13:46: Und darum geht es doch!

00:13:51: Denn dieses automatische Greifen, dieses Aufmachen, dieses Skrollen – das passiert oft ohne dass wir's überhaupt merken.

00:13:58: und wenn du dann diese Mini-Hürde einbaust, Laptop statt Handy, passiert etwas Interessantes.

00:14:04: Du musst dich bewegen, du musst den Rechner aufklappen, du muss dich kurz entscheiden.

00:14:09: und genau in dieser Minilücke kann man sich die Frage stellen, die Natalie vorhin schon angedeutet hat Was brauche ich gerade wirklich?

00:14:19: Es geht also darum, den Autopiloten auszuschalten und sich darauf zu besinnen wozu Social Media eigentlich gut ist.

00:14:25: Social media oder soziale Netzwerke wurden ja dazu geschaffen dass man in Verbindung steht aber man steht halt nur noch digital miteinander in Verbindungen

00:14:33: Und auch das kann stressen weiß Ariane

00:14:36: Wenn man jetzt sieht, man muss irgendwie hundert Freunden antworten.

00:14:39: Man hat schon da wieder zehn Sachen nicht angeschaut.

00:14:41: Ja wenn ich dann mal drei Stunden nicht meiner besten Freundin antworte die mich halt zehnmal am Tag anruft oder so.

00:14:47: Oder ich halt dann zehn ungeöffnete Nachrichten habe und aber keine Kraft hab die zu öffnen obwohl ich weiß ich hatte an sich die Zeit.

00:14:54: Und

00:14:54: schon klingt Social Media oder Handynutzung allgemein nicht mehr nach Verbindung sondern nach Verpflichtung?

00:15:00: Und das ist dann wirklich Pressure auch wenn es nach außen so aussieht als läge man einfach nur auf dem Sofa mit dem Handy in der Hand.

00:15:07: Und dieser Druck, der tut uns nicht gut – also muss er weg!

00:15:12: Es gibt auch diesen Spruch so how you spend your days is How You Spend Your Life.

00:15:15: und wenn ich am Ende eines Tages denke heute habe ich wieder die ganze Zeit gescrollt, ey in zwanzig Jahren hab' ich einfach mein ganzes Leben weggeschrollt...

00:15:23: ...und auch Robin, der das Ganze ja beruflich macht kennt seine Grenzen.

00:15:26: Ich bin auch ein bisschen abgefuckt da geworden.

00:15:29: Also für mich ist dann Social Media doch nicht das, was ich auf der Straße erlebe.

00:15:32: also ich habe ein sehr liebevolles Umfeld, ich hab einen tollen Freund.

00:15:36: wenn ich mal keinen Bock drauf hat mache ich Flugmodus rein und machen Spaziergang.

00:15:40: Flugmodos und Spazieregang wenn man merkt dass es einem gerade nicht

00:15:44: gut tut.

00:15:45: Ich halte das für einen guten Ansatz Auch weil er nicht gleich ein Verbot ausspricht social media nicht direkt verteufelt.

00:15:52: stattdessen setzt er eine Grenze.

00:15:55: Auch Natali sagt, dass der Mittelweg eigentlich der richtige ist.

00:15:59: Ich würde mir wünschen das man sich selbst nicht für den Konsum verurteilt gleichzeitig auch nicht alles pathologisiert und einen bewussten reflektierten und auch kontrollierten Umgang mit dem Thema findet.

00:16:15: Das heißt ein weder dafür noch dagegen sondern was ist die Grauzone dazwischen?

00:16:21: Und was

00:16:26: tut mir gut?

00:16:40: Ich habe heute mit vielen jungen Menschen auf dem Campus gesprochen.

00:16:49: Fast alle gaben zu, zu viel am Handy zu sein und wenn wir den Druck rausnehmen wollen dann kann ein Gedanke von Rainer dem Poetry Slammer helfen

00:16:59: Wer immer das hört, ist es nicht deine Schuld.

00:17:02: Es sind die Konzerne, die das so angelegt haben, dass wir da reingesogen werden.

00:17:05: Das hat nichts mit mangelnder Impulskontrolle zu

00:17:10: tun.".

00:17:30: Insta einfach mal gelöscht.

00:17:33: Nur für ein paar Tage, ohne großes Ziel.

00:17:36: und dann das erlebt!

00:17:38: Man wartet auf die Bahn zum Beispiel und dann ist so diese Zeit zu.

00:17:41: ah jetzt hol ich mein Handy raus und weil jeder es irgendwie am Handy guckt auch keiner mehr hoch.

00:17:45: Jetzt gucke ich irgendwie auf Instagram Und es ist irgendwie schöner so diese Momente bewusst Zu leben dann und einfach auf die bahn zu warten und man nichts machen und einfach in die luft zu gucken Auf seinen Händen zu gucken, da war mal Instagram die App und die ist nicht mehr da.

00:18:01: Jetzt kann ich's nicht machen, pack' ich das Handy wieder weg... ...und dann ist auch dieser kurze Moment wo du dieses Dopamin so wolltest.

00:18:07: den hast du überstanden.

00:18:08: und dann...

00:18:17: Das Handy wegpacken in die Luft gucken!

00:18:20: Das kann doch wirklich ein guter Vorsatz sein.

00:18:23: Ich bin Azadeh und du hörst How It Works Präsentiert von der Techniker-Krankenkasse.

00:18:31: In diesem Jahr sind wir noch an ein paar Hochschulen um mit euch zu sprechen und uns auszutauschen.

00:18:36: kommt doch gern vorbei und sagt Hallo.

00:18:38: So ganz im realen Leben!

00:18:40: Bis zum nächsten Mal.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.